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Nahrungsmittelproduktion und Energiegewinnung

Die in Europa entwickelte Politik zur Förderung der erneuerbaren Energien unterstützt be-wusst den Anbau von Biomasse als Rohstoffquelle für alternative Energieerzeugung. Ein Grund dafür war eine lokale Überproduktion auf dem Nahrungsmittelmarkt (mit den daraus resultierenden niedrigen Preisen) in der Vergangenheit und der dringende Bedarf vieler Bau-ern an zusätzlichem Einkommen. Ein weiteres Argument ist, dass Biomasse aufgrund ihres Volumens (niedrige Energiedichte) hauptsächlich eine lokale Energiequelle darstellt und daher grundsätzlich dazu beitragen kann, eine Abwanderung aus ländlichen Gebieten zu verhindern. Gleichzeitig wird verschiedenen Gegenden durch dezentrale Stromversorgung (aus BHKW, Biogasanlagen, usw.) eine höhere Energieunabhängigkeit ermöglicht.

Diese Politik war so wirkungsvoll, dass in Verbindung mit den Höchstpreisen für Rohstoffe in 2008, die Produktion von Energie aus Biomasse im Zeitraum 2006 – 2008 einen regelrechten “Boom“ erlebte und so möglicherweise die damals eingetretene Nahrungsmittelknappheit mit verursacht hat. Nicht vorhergesehen wurde ebenso der durch die Förderung ausgelöste umfangreiche Handel mit Bioheizstoffen mit hoher Energiedichte (Biodiesel und Pflanzenöl) sowie Pellets (gepresstes Holz mit relativ hoher Energiedichte). Die Nahrungsmittelkonkurrenz und der weltweite Handel ließen die Schlussfolgerung zu, dass die verfolgte Politik möglicherweise zum Nachteil der Umwelt ist und letztlich mehr Schaden (Abholzung von Regenwald, Monokulturen, etc.) als Nutzen (reduzierte CO2-Emissionen, lokaler Arbeitsmarkt, Versorgungssicherheit) bewirkt.

Aus diesem Grund wurden insbesondere durch die EU Verbesserungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Es wurden strenge Nachhaltigkeitskriterien für die Produktion und die Ver-wendung von Biomasse festgelegt. Zunächst für die Verwendung als Energierohstoff, langfristig auch für den Nahrungsmittelbereich.

Die in Europa erdachte Politik wird von Afrika und anderen Kontinenten beobachtet - wobei diese versuchen, aus den bereits gemachten Fehlern zu lernen. Trotz der oben erwähnten Problematik bleibt die Feststellung, dass der hinzugekommene Energiemarkt bedeutende Erträge für die heimische Landwirtschaft bringen kann, die oftmals vom Nahrungsmittelanbau als einziger Einkommensquelle abhängig ist. Die Produktion von Energiepflanzen zusätzlich zur Nahrungsmittel-Produktion stellt ein attraktives Zusatzeinkommen dar und schützt die Produzenten im Falle eines Nachfragerückgangs bei Nahrungsmitteln.

Betrachtet man die vorstehenden Argumente, so liegen beste Voraussetzungen für den nach-haltigen Anbau von Biomasse in Ghana sowohl für die Nahrungsmittelproduktion als auch für die Energieerzeugung vor. Das vorliegende MixedCrop-Projekt ist vorrangig auf die Versorgung der lokalen Märkte mit hochwertigen Nahrungsmitteln ausgelegt. Es ist zudem geplant, die Energieversorgung des Projektes mit einem eigenen BHKW abzusichern, das mit unterschiedlichen Kraftstoffen betrieben werden kann!